Geldgier und Inkompetenz läßt Tiere immer mehr leiden

n der heutigen, von Geld- und Profitgier getrieben Zeit, kommt es leider immer mehr zu solch traurigen und beschämenden Vorkommnissen, wie das folgende, daß uns besonders nahe berührt hat. Wir möchten Sie als Leser und besonders die Öffentlichkeit über solche Themen informieren und sensibilisieren. Ein langjähriges und sehr engagiertes Mitglied von uns, ist folgendes in den letzten Wochen widerfahren und hat sie menschlich sehr getroffen und enttäuscht.

Der größte Herzenswunsch war für Sie immer ein eigener Hund, ein Kumpel und ständiger Lebensbegleiter. Um so mehr freute sich unser Mitglied als sie erfuhr, daß in ihrer Nachbarschaft ein sogenannter „Hobbyzüchter“ Nachwuchs seiner beiden Deutschen Schäferhunde erwartete. Die Familie hat mehrere Hunde und ist im Hundesport und der Hundeausbildung sehr aktiv. Sofort als die Welpen das Licht der Welt erblickten, war sie abends bei den Kleinen, um ihren Schützling zu begleiten und kennzulernen. Auch die anderen Hunde des „Hobbyzüchters“, an der Zahl 5 und 12 Welpen tobten durch das Reihenhaus mit Garten. Mit riesiger Freude erwartete sie den Tag der Abgabe der Welpen nach 8 Wochen, beim Preis einigte man sich auf 550 Euro. Auf Nachfrage wurde ihr bestätigt, daß alle Hunde regelmäßig vom Tierarzt, der die Elterntiere und auch deren Elterntiere betreut, untersucht und medizinisch betreut wurden. „Alle Welpen seien kerngesund und topfit!“

Unser Mitglied sah ihren Traum erfüllt und der Kleine lebte sich schnell ein und entwickelte sich. Der Welpe war sehr aufmerksam verspielt und sehr aufgeweckt. Nach wenigen Tagen fiel unserem Mitglied, das bereits lanjährige Hundeerfahrung hatte, auf daß der Kleine sehr viel und hastig trinkt und auch beim spazierengehen jeder Pfütze oder nassem Gras nachjagt. Da sich das Verhalten nicht legte, sondern eher noch verschlimmerte, beschloss sie den Welpen untersuchen zu lassen.

Da unser Mitglied in der Nähe der Tierklinik unterwegs was, beschloss sie spontan den Hund dort vorzuzeigen. Die sehr junge Tierärztin hielt es nicht für nötig den Welpen abzutasten, Fieber zu messen oder anderweitig zu untersuchen. „Bekommt der Hund Trockenfutter? – Na ja, dann trinken die Welpen schon mal mehr, vielleicht vermißt er auch seine Mutter“. Erst nach mehrmaligem Nachfragen wurde sich entschlosen einen Urintest zu machen. Dabei kam heraus, daß der kleine Schäferhund wohl eine leichte Blasenentzündung hat. Dagegen wurde ihm Antibiotika verordnet. Unser Mitglied war mit dieser „Untersuchung“ absolut unzufrieden und der Drang nach Wasser wurde so stark, daß eine Rationierung erfolgte. Auch konnte der Welpe diese Wassermengen nicht bei sich behalten und urinierte ohne Kontrolle.

Auf den Rat von Pro Tierhilfe Deutschland e.V. verwiesen wir unser Mitglied an einer sehr kompetenten und engagierten Tierarzt für Kleintiere in der Umgebung. Der Welpe wurde ausführlich untersucht, Fieber gemessen und ein Diabetesschnelltest, der negativ ausfiel, durchgeführt. Der Tierarzt hatte jedoch einen Verdacht und ordnete einen ausführlichen Bluttest an. Am nächsten Tag kam die schockartige Diagnose: Diabetes insipidus (https://de.wikipedia.org/wiki/Diabetes_insipidus). Diese unheilbare Krankheit, meist erblich bedingt, führt zu immensen Harnverlust und einem andauernden Durstgefühl. Dieser Schock mußte erst verarbeitet werden. Unser Mitglied informierte abends sofort die „Hobbyzüchter“ um diese, sowie die Besitzer der Welpen, zu informieren. „Dies könne nicht sein, unsere Tiere sind alle gesund; selbst die Elterntiere seinen topfit, was der eigene Tierarzt nut bestätigen könne. Sie müssen sich irren….“

Kurzentschlossen vereinbarte unser Mitglied einen Termin beim Tierarzt des Züchters. Der wiegelte nur ab und sagte lachend:“ Wie der Kollege da nur draufkommen könnte. Alle Tiere seien gesund. Er würde auch die Eltern der Tiere kennen; die Züchtung würde sogar bis nach China verkaufen“. Trotzdem ordnete er auf Nachfragen einen Bluttest zur Kontrolle der Blutwerte und Diabeteswerte an. Am nächsten Tag lautete seine Diagnose: „Das Tier hat nichts und ist kerngesund; einige Werte sind über der Norm, was aber nichts zu bedeuten hätte.

Diese Diagnose konnte unser Mitglied absolut nicht verstehen. Der eine Tierarzt hält das Tier für schwer krank, beim anderen ist es kerngesund. Sie konnte die Welt nicht mehr verstehen. Aus Verzweiflung zog sie einen Tierarzt, der beim Veterinäramt beschäftigt ist, zur Rate und legte ihm beide Diagnosen vor. Er untersucht das Tier, das inzwischen auf einen Wasserkonsum von fast 12 Litern am Tag kam und selbst dann immer nich durstig war, und riet nach gründlicher Beratung zum Einschläfern des Tieres, da keine Chance auf Heilung, sondern eher eine weitere Verschlechterung zu befürchten war. Eine Nährstoffaufnahme und Ernährung sei unter diesen Umständen nicht mehr möglich.

Nach erneuter Rücksprache mit dem Tierarzt entschloß sie sich das Tier von seinen Qualen zu erlösen und es schwerenherzens einschläfern zu lassen. Der Tierarzt riet auch davon ab das Tier dem Züchter zurückzugeben: „Der verkauft das Tier an den nächsten gutgläugigen Tierliebhaber“ ; was er schon oft in seiner Praxis erlebt hat und an den Chipnummern nachvollziehen kann. Nach dieser allzu schmerzlichen Erfahrung und Enttäuschung über die Geldgier vieler Züchter und Inkompetenz, Desinteresse mancher Tierärzte, möchte Sie vorerst auf einen eigenen Hund versichten und sich weiter für unsere gute Sache engagieren.

In stiller Erinnerung an Bällchen * 12.12.2015 – x 24.05.2016